|
|
»Ah, fester, ja ... ich komme ...« Akron »I don't need this fucking world!« schrien wir in jede Gasse, wenn mal gerade kein Polyp zu sehen war. Andy Broger Ich rieche komisch zwischen den Beinen. Bessie Gräfin von Brühl »Will noch jemand ein Bier trinken?« frage ich und knirscheein letztes Mal schlapp mit der Lederjacke. Gion Mathias Cavelty Kann die Lackierung den Klang der Gitarre beeinflussen? Vanessa Diehl Quälende Larven, die dich anglotzen, die dein Hirn zermartern, in die Schlünde greifen, dich zerwühlen. Aline Graf Als er die Tür öffnete und ihm erwartungsvolles Muhen entgegenschlug, fiel all das Leiden des Abends von ihm ab. Kaspar Hohler Er hob ihren Unterkörper an und küßte sie. Ingrid Isermann Und dann liebt ihr euch, mit blutverschmierten Gesichtern, weil seine Nasenschleimhaut ganz zerfressen ist. Simone Meier Der Vorteil an sechs Pints ist, daß die Stimmegleich vom ersten Ton an sitzt. Thomas Meister Rock'n'Roll ist so proletarisch wie Fußball. Stephan Pörtner Oha, da schwimmt ein bißchen Kotze. Gestern wohl zuspülen vergessen. Kein Wunder bei dem Puder. Roland Reichen Beeilt euch, Leute! Wir haben nur noch eine Sendeminute! Zieht's noch durch! Spritzt noch ab! Patrick Schneller Auf allen Vieren robben wir durch das sprießende Gras und entdecken mehrmals den Sinn des Lebens. Christoph Schuler Augen, in denen ich versinke wie ein leckes Boot. Nina Seiler Zähneknirschend sieht er sich, wie er seinem möglichen Opfer rasch ein paar Tritte gibt, dieser Fotze. Jörg Sundermeier Wer nicht ganz so abgetakelt war, mußte mindestens so tun. Suzanne Zahnd |
30 Kurzgeschichten herausgegeben von Min Li Marti und Philippe Amrein Die Autorinnen und Autoren: Akron, Esther Banz, Iwon Blum, Andy Broger, Bessie Gräfin von Brühl, Gion Mathias Cavelty, Vanessa Diehl, Eva Eschmann, Sabine von Fischer, Jan Freitag, Aline Graf, Olifr Guz, Frank Heer, Kaspar Hohler, Ingrid Isermann, Thomas Ley, Min Li Marti, Simone Meier, Thomas Meister, Fabian Müller, Stephan Pörtner, Roland Reichen, Ba Rimml, Lillian Roth, Michael Sauter, Patrick Schneller, Christoph Schuler, Constantin Seibt, Nina Seiler, Jörg Sundermeier, Suzanne Zahnd
Leseprobe aus "Broad Channel, Queens" von Frank Heer: In meiner Wohnung schubste ich die Kleine auf die Couch. Ich schaltete den Fernseher ein und knackte eine Dose Bier. Dann sagte ich: »Willst du mich heiraten.« Mary sprang auf. Sie warf sich mir um den Hals und sagte: »Meinst du das ernst, Honey«. Da ich weiß, was Mary mag, drückte ich sie hinunter auf den Teppich und ließ die Hose fallen. Sie biß mir in die Eichel. Dann zerquetschte sie mir mit beiden Händen die Hoden, sodaß ich zusammensackte und das Bewußtsein verlor. Ich mußte über eine Stunde auf dem am Boden gelegen haben, denn als ich aufwachte, war die NBC Weihnachtsübertragung aus dem Rockefeller Center schon vorbei. Dafür fand ich einen Abschiedsbrief auf dem Küchentisch: »Dickhead. Go to hell.« Ich holte eine Flasche »Wild Turkey« aus dem
Schrank. Nachdem ich die Hälfte davon getrunken hatte,
stand ich auf und verwüstete meine Wohnung. Ich warf
den Christbaum aus dem Fenster und zerbrach meine
Schallplatten. Dann beschloß ich, Weihnachten bei Mary
zu feiern. Ich war so betrunken, daß ich die Treppe
hinunter stürzte. Zwei Cops kamen hinzu und wollten
mich verhaften. Dem einen schmetterte ich den Kopf gegen das
Treppengeländer. Dem anderen riß ich die Knarre
aus dem Halfter und schoß ihm drei mal ins Bein. Er
schrie wie am Spieß. Dann rannte ich hinaus auf die
Straße. Ich kidnappte ein Auto. Der Besitzer
stürzte sich aus dem fahrenden Wagen, sodaß ich
mich selber ans Steuer setzen mußte. Zurück
über die Brücke. Links das Bay, rechts jfk.
Weihnachten gibt es hier nicht. Ich parkierte den Wagen
korrekt vor Marys Haus. Hillside Avenue, Jamaica. Drei
Streifenwagen jagten zeitgleich um die Ecke. Ich hechtete
aus dem Auto. ISBN 3-906566-10-2 Taschenbuch 164 Seiten |
|
last update 19|03|99